Zwei Bereichen bei Kindern gilt  unserer besondere Aufmerksamkeit:


1: Ist das Gehör in Ordnung?

Ein Gehörschaden bei Kindern kann sich auch nach der Geburt entwickeln. Auch bei schönem Ohr- und Trommelfellbefund kann das Gehör bei einem Innenohrschaden beeinträchtigt sein. Die Messung der "Otoakustischen Emissionen" ist eine völlig schmerzfreie Untersuchung und gibt auch beim Kleinkind nach wenigen Minuten Aufschluss, ob ein normales Gehör vorliegt.

Genaueres siehe auch im Bereich "Hört mein Kind gut?"

 

Die häufigste Ursache einer Hörminderung im Kindesalter ist die Ausbildung eines schleimigen Ergusses im Mittelohr.
Das Trommelfell kann nicht mehr frei schwingen, da die Flüssigkeit im Mittelohr stark dämpfend wirkt. Auf der Basis eines bestehenden Ergusses kommt es besonders leicht zum Auftreten einer Mittelohrentzündung.

Akut tritt der Mittelohrerguss bei Infekten auf (Schnupfen, Erkältung). Wenn ein Paukenerguss chronisch und andauernd besteht, so ist fast immer eine Vergrößerung der Rachenmandel ("Polypen") dafür verantwortlich.

 

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                   Normaler Trommelfellbefund: zart und transparent 

 

 

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                     Paukenerguss: das Trommelfell ist matt und eingezogen

 

WICHTIG: Bei bestehendem Mittelohrerguss darf der/die Betroffene bei einem akuten Infekt nicht stark schnäuzen, da beim festen Anblasen die Ohrtrompete gesprengt und Keime (Bakterien und Viren) ins Mittelohr verschleppt werden, was eine Mittelohrentzündung zur Folge hat. Harmlos und ungefährlich für Patient und Umwelt ist dagegen das "Aufziehen" von Nasensekret. Das Sekret mit seinen Keimen gelangt dabei nach dem Schlucken in den Magen, wo die Keime durch die Maagensäure rasch unschädlich gemacht werden.

 

2: Hat mein Kind "Polypen"? 

Die Vergrößerung der dritten, hinter der Nase im Nasenrachen gelegenen Mandel (Fachbezeichnung: Adenoide Vegetationen) wird immer noch häufig zu spät erkannt. Die Folgen für das Kind bezüglich Gehör, geistiger Entwicklung und Zahnfehlstellung können aber schwerwiegend sein und werden immer wieder sträflich unterschätzt!

Ein gesundes Kind muss durch die Nase frei atmen können und mit geschlossenem Mund schlafen, ohne zu schnarchen!!!

 

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                  Die Rachenmandel verschließt die Öffnung der Nase zum Nasenrachen,

                       hier eine eindoskopische Aufnahme der linken  Choane.

 

Da das Kind nicht mehr durch die Nase atmen kann, bleibt der Mund offen. Daher kann sich die zunge nicht an den harten Gaumen anlegen und ihn formen. Fehlt der formende Gegendruck der Zunge auf den harten Gaumen, so wirken nur mehr die Kräfte der Kaumuskulatur und formen den harten Gaumen immer höher, bis ein überhöhter Gaumenbogen oder  "Spitzbogengaumen" entsteht.

Im gleichen Ausmaß wie der Gaumenbogen höher wird, wird die Zahnreihe des Oberkiefers oben enger. Die zweiten Zähne haben keinen Platz, eine aufwendige kieferorthopädische Behandlung ist die Folge. 

Der harte Gaumen ist aber auch der Boden der Nase! als weitere Folge leiden die Betroffenen an einer lebenslang eingeschränkten Nasenatmung, weil die Nasenpyramide zu eng ist!

 

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 Worst case Szenario: anstatt eines Gaumenbogens  ein "gotischer Gaumen" und desolater Zahnstatus

 

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Ebenfalls ein überhöhter harter Gaumen, die Zunge findet darin keinen Platz

 

 

Näheres siehe im Abschnitt: die "Polypen" des Kindes